Rückblick auf die „Good Practice Tour Rossau – Gewerbearchitektur“

Straße in der Rossau mit dem Gebäude von Mode von Feucht im Hintergrund. Fokus liegt auf der Straße

Architektur und im speziellen Gewerbearchitektur bewegt sich im Spannungsfeld von räumlichen, stadtplanerischen, finanziellen und funktionalen Vorgaben und wurde insbesondere in den letzten Jahren, um die Perspektive der Nachhaltigkeit erweitert. Die Veranstaltung des Quartiersmanagement Rossau „Good Practice Tour Rossau – Gewerbearchitektur“ ermöglichte drei herausragende und in den letzten Jahren realisierte Projekte zu besichtigen – das Werk 2.1 der Leonhard Lang GmbH, die Aufstockung des Bürotrakts bei Edeltechnik Kluckner und der Neubau des Straßenbauhofs der Stadt Innsbruck. Die Impulsvorträge im Rahmen der Führungen gingen auf Besonderheiten der Bauten, wie auch den Weg von der Planung bis zur Realisierung ein.

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Neubau - Werk 2.1 der Leonhard Lang GmbH

Um für die Anforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, entschied sich die Firma Leonhard Lang für die Realisierung eines Neubaus: Ein natürlich belüftetes Parkdeck mit Infrastruktur für Radmobilität (Duschen, Garderoben sowie Lade- und Abstellmöglichkeiten), Hochregallager, Flächen für mehrere Produktionsstraßen, Freiflächen auf verschiedenen Ebenen und im obersten Geschoss Meeting- und Büroräume skizzieren das Raumangebot des neu errichteten Werks 2.1 am Standort in der Rossau, welches vom Architekturbüro Zöhrer entworfen wurde. Mit Betonkernaktivierung und Grundwassernutzung wird energieeffizient geheizt und gekühlt, ergänzt um eine Außenbeschattung und Photovoltaik am Dach und der Fassade verfügt der Neubau über eine moderne und nachhaltige Gebäudetechnik. Zusätzlich wurde das Dach begrünt und verfügt nicht nur über ein Insektenhotel, sondern bietet auch Fledermäusen ein Zuhause.

Aufstockung – Edeltechnik Kluckner

Die Firma Edeltechnik Kluckner erweiterte vor einigen Jahren das Raumangebot am Standort Rossau um einen Bürotrakt in Holz-Leichtbauweise. Dieser wurde auf den Bestand aufgesetzt und von den Architekten Fügenschuh Hrdlovic entworfen. Der Firmenstandort zeugt von der Leidenschaft des Unternehmens für die Materialen, mit denen hier handwerklich gearbeitet wird. Stahl, Edelstahl und Glas wurden mit Holz kombiniert und mit moderner Gebäudetechnik, wie Heizung und Kühlung über Boden und Decke, ergänzt. Der neu errichtete Bürotrakt überzeugt mit einer Wohlfühl-Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Die Handschrift des Unternehmens ist an allen Ecken erkennbar: von der Treppe über Beschattungselemente auf der Terrasse bis hin zu Schwarzstahllochelementen an der Decke.

Neubau – Straßenbauhof der Stadt Innsbruck

Die Stadt Innsbruck und die IIG realisierten mit dem Neubau des Straßenbauhofs am Standort Rossau eine Zentralisierung und damit ein Freispielen von Flächen in anderen Teilen der Stadt Innsbruck. Ein wesentlicher Fokus lag auf der Aufenthaltsqualität. Gemeinschaftsflächen und Aufenthaltsbereiche im Innen- wie Außenbereich wurden bei diesem Projekt gekonnt realisiert. So wurde über einen Innenhof im 2. Obergeschoss nicht nur ein geschützter Freibereich, sondern gleichzeitig eine optimale Belichtung der Räume im Obergeschoß geschaffen. Der Weg zum realisierten Projekt führte in diesem Fall über einen Architekturwettbewerb - der Entwurf des Architekturbüros dreiplus Architekten wurde umgesetzt.

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Keynote

Christina Krimbacher, planende Baumeisterin, zeichnete an diesem Abend den Weg vom Green Deal zum aktuellen Status quo im Immobilienbereich nach und führte uns in die Welt der nachhaltigen Gebäudezertifizierungen ein. Die Einsparung von CO2 im Gebäudebereich u.a. durch verbesserte Dämmung, Nutzung neuer Technologien zum Heizen und Kühlen, Wärmerückgewinnung oder die Installation von Photovoltaikanlagen ist der Teil der Bauwirtschaft, der schon gut auf die Anforderungen des nachhaltigen Bauens abgestimmt ist. Der Themenkomplex der Ressourcenknappheit und in Folge der Kreislaufwirtschaft stellt die Beteiligten aktuell noch vor große Herausforderungen. Seien es neue Recyclingvorschriften der EU oder die Notwendigkeit gesetzlicher Anpassungen, um die Wiederverwendung von Bauteilen zu ermöglichen. Ein Engagement von Bauherrn in Richtung nachhaltigen Bauens wird aktuell bereits von Banken mit niedrigeren Zinssätzen bei Krediten honoriert und von der Politik mit Förderprogrammen unterstützt. Der potenziell positive Effekt auf die laufenden Betriebskosten, die Klimaresilienz des Gebäudes oder die Steigerung der Attraktivität für zukünftige Nutzer:innen und Mitarbeiter:innen sind weitere wesentliche Aspekte, wenn man eine Renovierung, Umnutzung oder einen Neubau von Immobilien plant.   

Was nehmen wir mit?

Ein Abend, der Einblicke in das Gewerbegebiet von Morgen gibt. Drei Projekte und drei ganz unterschiedliche Ansätze, die nachhaltiges Bauen und Aufenthaltsqualität im Gewerbegebiet umsetzen.  Jede kluge und innovative Maßnahme trägt zum großen Ganzen bei.

Das Quartiersmanagement Rossau bedankt sich bei allen Mitwirkenden, die diese besondere Tour durch die Rossau ermöglicht haben: Burrhus Lang und seinem Team, Tanja Kluckner und Christof Hrdlovic, Johannes Wetzinger (Leiter des Straßenbauhofs) und Irene Zelger (Amt für Stadtplanung), Christina Krimbacher, der Wirtschaftskammer Tirol für die Aussendung der Veranstaltungseinladung und der Firma Rindfleisch Reisen GmbH & Co KG für den angenehmen Bustransfer quer durch die Rossau an diesem Abend (es kam wirklich ein bisschen Urlaubsstimmung auf😉). Und natürlich ein großes Danke an alle Teilnehmenden – vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Interesse! Bis bald in der Rossau!

Fotos:  ©Quartiersmanagement Rossau | Thomas Steinlechner